Streifzug durch die Welt des französischen Chansons
Vogelstang: "French Acoustic" spielen anlässlich der zehnten Kulturtage im Nachtcafé.
Pariser Flair mit französischen Noten sorgte jetzt im Nachtcafé für heftiges Herzklopfen. Mit einem spektakulär einfühlsamen Auftritt
hatten dort die fünf Musiker von "French Acoustic" ein Stück
Montmartre auf die Vogelstang geholt. Eigentlich stammt das Quintett bis auf den Odenwälder Saxophonisten Matthias Dörsam original aus dem elsässischen Straßburg, und der Auftritt im Nachtcafé der evangelischen Gemeinde war für die Combo eine aufregende Premiere. Nur Bassist Jean Luc Miotti kennt das Terrain von seinem Gastspiel vor zwei Jahren in der Band von Christoph Mudrich.
Charmant und verträumt gab es dabei einen musikalischen Streifzug durch die Welt des französischen Chansons.
Mit wohltemperierten Interpretationen von Edith Piaf bis hin zu Charles Aznavour kredenzte Sängerin Marianne Cayrouze ein melodisches Menü, dessen Aroma insbesondere durch das samtene Timbre der Sängerin veredelt wurde und, einmal unter die Haut gegangen, bis zum letzten Ton fesselte.
Der stets distanziert, fast schon schüchtern bleibende Impetus Cayrouzes korrespondierte dabei glänzend mit der restlichen Band. Ob Bossa Nova, Salsa oder Mambo - Drummer Jean Michel Heiby wusste sich hintergründig mit feiner Rhythmusarbeit anzupassen und nuancierte sparsam durch einen wunderbar akzentuierten sensiblen Touch.
Eine hohe Gewandtheit mit seinem Instrument offenbarte ebenfalls Vincent Bidal, der in Harmonie und Improvisation überzeugen konnte und in Saxophonist Matthias Dörsam einen kongenialen Partner fand.
Stets konsequent in der rhythmischen Spur hielt Bassist Jean Luc Miotti das Gesamtgefüge mit butterweichem Sound kompetent zusammen, während man sich auf Seiten der Zuhörer ganz den frankophilen Leidenschaften hingeben konnte.
Begeisterung pur auch bei Nachtcafémacher Werner Herr und seinem Helferteam. "Ich habe mir die CD zuschicken lassen, das ganze angehört und die Combo sofort auf die Vogelstang holen wollen", war er sofort Feuer und Flamme für das Quintett aus dem Elsass.
Traditionell präsentiert das Nachtcafé einen internationalen Auftritt im Rahmen der Kulturtage. In internationalen Farben präsentierte sich
auch das Rahmenprogramm. Während die frisch gekochte "Zwiwwel
Soouupe" bereits im Vorfeld des französisch-musikalischen
Kulturbeitrags beim Publikum reißenden Absatz fand, gab spätestens
beim Genuss eines deftig gemixten "French Kiss" auch im sprachlichen
Verständnis beim Liederrepertoire keinerlei Kommunikationsprobleme
mehr.
Statt Eintritt warb traditionell das Spendensäckchen am Ausgang um die Aufmerksamkeit der Konzertbesucher, damit auch in Zukunft kein
Weg mehr am Mannheimer Kulturvorposten in der evangelischen
Vogelstanggemeinde vorbeiführt. jba
© Mannheimer Morgen - 26.05.2004
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