Matthias Dörsam - Komponist - Saxophone - Klarinetten - Flöten - Laukas Tonstudio - Studiobühne
Matthias Dörsam - Komponist - Saxophone - Klarinetten - Flöten - Laukas Tonstudio - Studiobühne

Odenwälder Zeitung  29.12.2016 

 

Konzert: Das Trio 3D unterhält „spielend“ eine große Zuhörerschar in der voll besetzten Mörlenbacher Kirche / Der Erlös ist für die Sanierung des Gotteshauses bestimmt

 

Die große Kunst für St. Bartholomäus

 

Mörlenbach. Was hat die „Peer Gynt Suite“ von Edvard Grieg mit „In a gadda da vida“ von Iron Butterfly zu tun? Aufs erste Zuhören wenig. Beides sind Stücke, die sich in der Musikliteratur und im kollektiven Gedächtnis der Menschheit fest eingegraben haben. Das Trio 3D gibt beiden Raum, lässt sie zusammen erklingen.

Ein Zeichen, dass die „Drei Dörsams“ – Adalbert alias Adax, Matthias alias Mattl und Franz- Jürgen alias Franz-Jürgen – alles können: Klassik, Pop und Rock. Mit ihren Vorlieben dafür, mit ihren jeweils eigenen individuellen Präferenzen ziehen sie sich auch gern auf, und mit ihren bevorzugten Instrumenten, den Gitarren, den Klarinetten und dem Fagott, ohnehin.

Bei ihrem Konzert am Dienstag in der wieder einmal prall gefüllten katholischen Kirche St. Bartholomäus Mörlenbach verzichteten sie zumeist auf die sonst üblichen gegenseitigen Sticheleien. Sie wollten überwiegend nur ihre Kunst, ihre Musik für sich sprechen lassen und ernteten nach jedem Stück laut aufbrausenden Applaus. Das freute auch die Gastgeber und Veranstalter, den Pfarrgemeinderat Mörlenbach mit Pater Cyril Thundathil und der Vorsitzenden Silvia Kadzioch, die die Gäste begrüßten.

Der Erlös des Konzerts dient – wie bereits zwei Jahre zuvor – dank der Bescheidenheit der drei Protagonisten zur Finanzierung etlicher anfallender Sanierungsarbeiten im Gotteshaus.

Irgendwie ist die Kulturveranstaltung „Zwischen den Jahren“ neben der Zeit und dem Raum zum Innehalten und zum Genießen eines unterhaltsamen Konzerts auf hohem Niveau auch ein großartiges Weschnitztäler Gemeinschaftswerk, mit einem ökumenischen Nebeneffekt. Alle drei Dörsams, Brüder und im Sternzeichen des Löwen geboren, weit gereiste und nachgefragte Orchester-, Konzert- und Studiomusiker und Komponisten, sind in Fürth in einer gut katholischen, christlich geprägten Familie aufgewachsen. Adax und Mattl sind auf den Tag genau fünf Jahre voneinander getrennt. Zu den Ehrengästen gehören immer Mutter Adelheid und weitere Familienmitglieder, die mit berechtigtem Stolz der Virtuosität und Kreativität der „3Ds“ lauschen. Adax ist darüber hinaus mit der evangelischen Pfarrerin Mörlenbachs, mit Edith Unrath- Dörsam verheiratet. Hier funktioniert die Ökumene problemlos. Unter die Zuhörer mischten sich eine große Fürther Delegation und weitere Weschnitztäler.

Mattl betreibt seit Jahren in der Fahrenbacher Straße in Fürth mit der „Studiobühne“ seine eigene kulturelle Institution und Franz-Jürgen ließ sich vor kurzem zum Vorsitzenden des neu gegründeten Vereins „Kunstpalast“ Rimbach wählen.

Versteht sich, dass das Konzert in der Mörlenbacher Kirche mal wieder von neuen Einfällen, Arrangements und Stücken (aus der neuen CD) sprühte. Franz-Jürgen, der Professor am Fagott, arrangierte dafür eigens einen „Chinesischen Teil“ mit dort sehr bekannten Melodien. Geblieben ist der von Mattl auf der Klarinette intonierte Basslauf, aus dem sich wie aus dem Nichts und spielerisch alle weiteren Melodien wie das „Puppet on the String“ oder das „Te Deum“ (bekannter als Eurovisions-Hymne) entwickeln, die Pop-Medleys zwischen „Ob-La-Di Ob-La-Da“ von den Beatles bis zu den unsterblichen Gershwin-Melodien.

 

Es schlossen sich die Soli an, weihnachtliche Klänge, das „O du Fröhliche“ zum Mitsingen, bis zum Zugabteil mit dem Nancy-Sinatra-Hit „This Boots Are Made For Walking“, mit dem special guest Otto aus Augsburg, der Hummelflug von Rimski-Korsakow und die Mattlsche Version des „When the Saints . . .“. Beseelt von einem guten Konzert traten die Zuhörer den Nachhauseweg an. mk

Sie können alles und spielen alles: Klassik, Pop und Rock. Darüber hinaus sind sie charmante, witzige und gute Unterhalter, die „3Ds“, die drei Dörsams. Spielend füllten sie beim jüngsten Konzert die katholische Kirche St. Bartholomäus in Mörlenbach. Bild: Fritz Kopetzky 

Starkenburger Echo - Mörlenbach - 29.12.2016

Klangreise mit grauen Löwen

Von Katja Gesche

TRIO 3D Die Dörsam-Brüder bieten in der Kirche Sankt Bartholomäus Klassik, Rock und Witz

MÖRLENBACH - Matthias, Adax und Franz-Jürgen Dörsam sind drei Brüder, drei Odenwälder, drei hervorragende Musiker und drei selbstbewusste Löwen, was das Sternzeichen angeht. Jeder von ihnen hat eine beeindruckende musikalische Vita vorzuweisen. Zusammen füllten sie am Dienstagabend als Trio 3D die katholische Kirche Sankt Bartholomäus in Mörlenbach bis auf den letzten Platz.

Pfarrer Pater Cyril Thundathil und Silvia Kadzioch vom Pfarrgemeinderat freuten sich, die Besucher zu einem besonderen Musikgenuss begrüßen zu dürfen. Und sie hatten nicht zu viel versprochen. Auch bei diesem Konzert zeigten die drei Brüder mit leichter Hand und großer Professionalität, wie sie zwischen ernsten Stücken und verspielten Interpretationen wechseln können.

 

 TRIO 3D

aFranz-Jürgen spielt beim Trio 3D das Fagott. Er lebt in Lissabon und ist dort als Professor für Fagott tätig. Er ist hierzulande Vorsitzender des neuen Rimbacher Kunstpalastteams.

Klarinettist und Saxofonist Matthias Dörsam spielte schon in der Big Band des Hessischen Rundfunks, bei den Stuttgarter Philharmonikern, aber auch mit Bands wie den Rodgau Monotones. In Fürth betreibt er die Studiobühne als Veranstaltungsort. 

Adax Dörsam spielte schon mit Joana, Pe Werner und Xavier Naidoo, komponiert und produziert. In Mörlenbach ist er ein wichtiger Organisator der Kulturzeit. (kag)




 

Von Klezmer über Grieg bis zu Deep Purple

Zunächst begann das Konzert ruhig und gediegen. Die Kirche lag im Halbdunkel, nur beleuchtet von einzelnen Wachskerzen und den geschmückten Weihnachtsbäumen im Altarraum. Die drei Brüder zogen mit dem Klezmerstück „Bei mir bist du scheen“ musizierend ein. Aus einzelnen Tönen, langsam verwoben und sich bereichernd, bauten sie danach das als Eurovisionshymne bekannte „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier auf. Schon nach diesem Stück brandete im Gotteshaus tosender Beifall auf.

Die ersten Stücke zeigten sich die drei oft zu Scherzen aufgelegten Brüder noch zurückhaltend. Ohne Anmoderationen luden sie das aufmerksame Publikum ein, intensiv zu lauschen. Bekannte Melodien erhielten von ihnen eine neue, frische Tönung. Dabei wurden Komponisten wie Franz Lehar und Edvard Grieg aufgeführt. Letzterem widmeten die drei Brüder ein Medley, in dem sie die Reise Peer Gynts in sechseinhalb Minuten wiedergaben.

So kurz nach dem Christfest durften auch weihnachtliche Melodien nicht fehlen. Bei „O du fröhliche“ wurden denn auch kurz vor Ende des musikalischen Abends die Zuschauer zum Mitsingen eingeladen.

Zu ernst und besinnlich wurde es aber nicht in Mörlenbach. „Das ist Anschauungsunterricht für meine klassikverseuchten Brüder in Sachen Rockmusik“, frotzelte Adax Dörsam, als er sich die E-Gitarre umschnalle und mit den Brüdern ein grandioses Rock-Medley anstimmte. So hatten die anwesenden Musikfreunde das sicher nicht alltägliche Erlebnis, Songs wie „In A Gadda Da Vida“ oder „Smoke On The Water“ in einem katholischen Gotteshaus zu hören, dargeboten unter anderem von Klarinette und Fagott. Wie auch das Medley „Pop It On The Obla“ kamen diese Kurzreisen in die Musikwelt beim Publikum extrem gut an.

Kurzum: Die Dörsambrüder hatten wieder einen sehr bunten und kurzweiligen Mix aus Melodien mitgebracht. Doch ob nun Weihnachtslieder wie „Tochter Zion“ oder „O Tannenbaum“, der rasante Hummelflug von Nikolay Rimski-Korsakov oder das fernöstlich klingende „Raise the red latern“, die Stücke trugen stets eine eigene, unverkennbare Handschrift des Trios, wurden gleichsam „verdörsamt“. Zu diesem eigenen Stil gehörten auch Anspielungen auf andere Kompositionen und kleine musikalischen Neckereien, mit denen sich die drei Brüder gegenseitig herausforderten. Auch wenn alle drei Dörsam schon in Würde ergraut sind, sowohl im harmonischen Spiel miteinander wie auch den kleinen Sticheleien gegeneinander kam sicher manchem im Zuschauerraum der Gedanke, dass die drei wahrscheinlich schon im Sandkasten so miteinander umgingen wie heute auf der Bühne.

Das Publikum in der Kirche war sehr angetan vom Gehörten und belohnte es mit viel Applaus. Bei diesem rundum gelungenen Abend gab es nur für die Zuschauer in den letzten Reihen einen kleinen Wermutstropfen, konnte man doch dort mangels guter Akustik nicht alle Ansagen und Scherze der Brüder gut verstehen.

Der Erlös des Abends kommt der Kirche zugute, in dem das Konzert wie auch schon 2014 stattfand, ist doch in und an dem alten Gotteshaus immer einiges zu renovieren und zu erneue

Echo Online 

Musik08.02.2016

 

 

Mit Frank Sinatra in Bad Orb

Von Gregor Ries

HESSENROCK Die „Rodgau Monotones“ gastieren im Bensheimer Rex und ziehen Hits durch den Kakao

BENSHEIM - Auch im 38. Jahr ihres Bestehens haben die „Rodgau Monotones“ keine Patina angesetzt, wie sie am Freitag im ausverkauften Rex in Bensheim zeigten. Ganz ohne karnevalistische Zwischenspiele kamen sie bei ihrem über zweistündigen Konzert aber nicht aus.

Natürlich wurde der Abend mit dem ersten „Monotones“-Hit „Ei Gude, wie?“ von 1983 eröffnet. Und das Publikum aus allen Altersklassen stimmte augenblicklich ein. Die siebenköpfige Combo blieb sich treu, was gleichsam auf das Konzept ihrer Konzerte zutrifft. In bewährter Tradition erfolgte ein Mix aus vertrauten Klassikern, neuen Kompositionen und einem Nonsenspart im Mittelteil. 

Geht schnell ins Ohr und in die Beine

Im vergangenen Herbst legten die altgedienten Hessenrocker nach langer Pause ihr neues Album „Genial“ vor, das in bewährter Manier 15 eingängige Blues-Kracher und Balladen enthält. Bei den Titeln, die besonders im ersten Drittel des Bensheimer Auftritts erklangen, setzten sie weiterhin auf griffige Titel wie „Wenn’s abgeht“, „Vollgas“, „Mama Lauter“ oder „Wie geil ist das denn“. Dank stampfender Beats und zupackender Texte gehen die Songs unmittelbar ins Ohr und in die Beine.

Beim selbstbewussten Rap „Das macht uns keiner nach“, bei dem das Publikum das Intro „Geht mer zu de’ Rodgaus!“ skandierte, hörte man Anklänge an ihren berühmtesten Titel „Erbarmen – zu spät, die Hesse komme“. Inhaltlich dreht es sich darum, dass die US-Hiphop-Stars beim hessischen Gesang kapitulieren müssen. Hiesige Leibspeisen vom Rippchen bis zum Kreppel werden kurz danach in der irisch angehauchte Piratenhymne „100 Fässer grüne Soße“ angepriesen.

Humoristisch ging es in den Mittelteil „Night of the Prolls“, wozu die Musiker hessische Fähnchen verteilten. Neben einer Parodie auf den pathosgeladenen John-Miles-Evergreen „Music was my first Love“ („Susi war die Höchststraf’“) wurden Frank Sinatras Evergreens „My Way“ und „New York, New York” als Rentnerode „Bad Orb, Bad Orb“ durch den Kakao gezogen.

„Rucki zucki“ auf die düstere Tour

Die steten „Humba Humba Täterä“-Zwischengesänge des Publikums konterte Sängerin Kerstin Pfau mit einer düster grollenden Hardcore-Version von „Rucki Zucki“. Ohnehin kam jeder der sieben Musiker mit Solo-Einlagen zur Geltung. Pfau, die sich die Moderation mit Gesangspartner Peter Osterwold und Gitarrist ‚Ali’ Neander teilte, konnte vor allem mit „Highway to Hell“ ihr beeindruckendes Stimmvolumen vorführen. Reichlich Zwischenapplaus erhielt Saxofonist Matthias Dörsam für seine langen Intermezzi bei „Wenn Bullermann kommt“, das Ali Neander durch mitreißende Bluesriffs einleitete.

Nicht fehlen durften gegen Ende die gefeierten Gassenhauer von „Kleiner Pirat“ über „St. Tropez am Baggersee“ bis zu „Frach misch net“. „Ein frauenfeindliches AC/DC-Stück“, ihren bislang letzten Hit von 2008, unterbrach Kerstin Pfau im Mittelteil, um eine schwäbische Version als Reminiszenz an ihre alte Heimat abzuliefern. Somit war für fetzige Unterhaltung reichlich gesorgt. Um es mit dem vorletzten Titel des Abends zu sagen: „Ein Leben für Lärm“? Ja, bitte, und hoffentlich noch lange in dieser Form.

Termin Am 8. Juli spielen die „Rodgau Monotones“ im Festzelt von Ober-Roden. Im Internet: www.rodgau-monotones.de

Frankfurter Neue Presse 28.12.2016

„Rodgau Monotones“ in der Batschkapp: Hessen lärmt unter dem Weihnachtsbaum

„Rodgau Monotones“ in der BatschkappHessen lärmt unter dem Weihnachtsbaum

Das gewohnte Konzert der „Rodgau Monotones“ zum Jahresende in der Frankfurter Batschkapp wurde zur schönen Extra-Bescherung.

Wenn das Jahr sich dem Ende entgegenneigt, zeigen sich die „Rodgau Monotones“ in der Frankfurter Batschkapp.

The same procedure as every year“: Das gilt tatsächlich für viele Klassiker in diesen Tagen, ob im Fernsehen oder in den Frankfurter Clubs nach dem Festtagsschmaus. Aber anders als bei Butler James und Miss Sophie gönnten die „Rodgau Monotones“ ihren 800 Fans in der Batschkapp mehr als das „Best of“ der letzten Jahre. Schließlich haben sie Ende September mit „Genial“ nach sieben Jahren ein neues Album herausgebracht. Anders als noch beim Brauereifest vor fünf Monaten peppten die glorreichen Sieben diesmal ihr Programm mit reichlich neuen Songs auf. Aber bevor sich die „Monotones“ dem Querschnitt aus 38 Jahren Karriere widmeten, hieß es noch, dem Christfest gerecht zu werden. Links stand ein geschmückter Weihnachtsbaum auf der Bühne, daneben ein Rentier, rechts leuchtete ein aufblasbarer Weihnachtsmann in sattem Rot; die Musiker kamen in Nikolauskutten auf die Bühne. Und los ging es mit einem ersten Weihnachts-Medley.

Saxofon tobt sich aus

Da durfte sich die für diesen Anlass mit Achim Farr und Frank Zeller auf Drei aufgestockte Bläsersektion um Saxofonist Matthias Dörsam richtig austoben. Mit Klarinette, Trompete und Baritonsaxofon zur akustischen Klampfe und Bauchtrommel bekamen „O Tannenbaum“, „O du fröhliche“, „Ihr Kinderlein, kommet“ und „Von drauß’ vom Walde komm ich her“ einen nahezu folkloristischen Mariachi-, Klezmer- und Balkancharakter. „Das war unser Kulturauftrag“, kommentierte Gitarrist Ali Neander und empfahl, die Sekunden der Stille des Klamottenwechsels zu genießen. Denn es würden die letzten des Abends bleiben. Getreu dem Motto „Ein Leben für Lärm“ stimmte der Gitarrist mit seinem Kollegen Raimund Salg kompromisslose Boogie-Riffs an. Joky Becker pumpte seine Basslinien dazu, Schlagzeuger Mob Böttcher trieb die Band gnadenlos voran. „E bissie was geht immer“ als Songtitel klang in diesem Kontext wie eine maßlose Untertreibung.

Mama gibt Vollgas

„Vollgas“, „Mama Lauda“ (lies: Mach’ mal lauter) und „Wie geil ist das denn“ trafen da schon eher den Kern der Performance. Nie haben die „Rodgaus“ einen Hehl daraus gemacht, wen sie anfangs beklaut hatten und wem sie immer noch die Treue halten: „ZZ Top“. Der Weg von der Coverband zu einer der authentischsten deutschen Rock-’n’-Roll-Bands führte über die deutschen Texte mit viel Lokalkolorit. Der erste des Abends gleich eingangs, „Ei gude wie“, holte das Publikum sofort ab mit den so gruppentypischen Alltagsbeobachtungen voller absurder und skurriler Momente. Lieder wie „St. Tropez am Baggersee“, „Bad Orb, Bad Orb“ (als boshaft-charmante Verballhornung von „New York, New York“) und natürlich „Erbarmen, zu spät, die Hesse komme“, der Hit aus dem Jahr 1984, erwiesen sich als wahre Identitätsstifter. Dass man diese inoffizielle Landeshymne tatsächlich noch toppen kann, bewiesen die „Rodgau Monotones“ auf „Genial“ mit „Hundert Fässer Grüne Soße“.

„Stellt euch vor, Heinz Schenk hat sich als Zombie auf die letzte ,Santiano’-Tournee verirrt“, lautete die Einstimmung auf diesen neuesten Hessizismus der „Monotones“. Hessen hat wieder ein Schunkellied. Aber eines mit Twang-Gitarre. Zwischen Parodie und spaßintensiver Ernsthaftigkeit blieb auch viel Raum für die gesangliche Doppelspitze mit Peter Osterwold und Kerstin Pfau, zwei Rock-Shouter mit Operettenpotenzial.

JAZZ: Starke CD „On The Move“ von Drummer Dirik Schilgen

Beseelter Hardbop

Von unserem Redaktionsmitglied Georg Spindler

Von allen guten Geistern - nein, wahrlich nicht verlassen, sondern vielmehr beseelt zeigt sich Dirik Schilgen mit seiner Band Jazzgrooves auf deren aktuellem Album "On The Move". Der Heidelberger Schlagzeuger präsentiert darauf einen modernen, aufgeklärten Hardbop-Stil, der bluesgetränkte Ohrwurm-Themen und gospelbeeinflusste Akkord-Folgen mit rhythmischen Vertracktheiten und harmonischen Raffinessen anreichert.

Man fühlt sich angenehm erinnert an die wunderbare Musik, die Joe Henderson, Kenny Dorham oder Freddie Hubbard Anfang/Mitte der 1960er Jahre für das Blue-Note-Label aufgenommen haben. Schilgen gelingt es, diese Tradition mit verblüffender Authentizität zu aktualisieren - und sie zugleich um eigene Klangkreationen zu erweitern: eine rhythmische Komplexität, die Schilgen sich bei seiner Beschäftigung mit lateinamerikanischer Musik angeeignet hat, und ein verfeinertes Formgefühl für Kompositionen, die Konventionelles mit Kühnheit verbinden.

 

Spannungsvolle Soli

Da laufen gefällige Blues-Melodien wie im Titelstück auch mal etwas außerhalb der Harmonien über sperrige Rhythmus-Katarakte, oder die sonnige Atmosphäre eines Themas kontrastiert mit einem düsteren Mittelteil wie in "From North". Eine Einladung zu spannungsvollem Improvisieren, die Pianist Daniel Prandl gerne annimmt; er setzt fließende Läufe gegen stockende Akkordflächen, die jäh in fein ziselierten Melodieschnörkeln und raffiniert eingestreuten Dissonanzen münden.

Der Pianist ist nicht der Einzige, der mit inspirierten Soli aufwartet.

 

MatthiasDörsam, dessen geschmeidiger, "schwarz" klingender Ton aufhorchen lässt, tänzelt mit rhythmischer Souveränität und swingender Leichtigkeit durch Schilgens Stücke.

Während Matthias Debus am Kontrabass auf ganz traditionelle Art sonore Tieftonakzente setzt, sorgt der neue Mann in der Band, Volker Degelmann, mit effektvoll platzierten Pausen, zerrender Expressivität und strahlendem Trompetenklang für viel Dramatik. Und der Bandleader, ein Filigrantechniker an seinem Instrument (das bei ihm so gar nicht wie ein "Schlag-Zeug" klingt), leitet das Ensemble locker swingend und stets groovend - fast wie von Geisterhand. (Bild: SChilgen)

© Mannheimer Morgen, Samstag, 29.08.2015

(K)ein Streit unter besonderen Brüdern 
RIMBACH, 28.07.2015

RIMBACH. Kaum eine Halle, Kirche, kaum ein Bürgerhaus oder Festival, das das Trio „3D“, die drei Dörsams Adax, Mattl und Franz-Jürgen, noch nicht bespielt haben. Das sind drei Odenwälder aus Fürth, obwohl der Älteste, Adax, immer gern auf seine schöne Kindheit in Mannheim-Lindenhof verweist. Es sind bekennende Odenwälder, die jeweils weit gereist ihr Glück auch in der Ferne gesucht und gefunden haben. Exemplarisch sei da nur der regelmäßige Fernsehauftritt von Mattl bei der NDR-Sendung „Intensivstation“ oder die Professur von Franz-Jürgen für Fagott an der Musikhochschule in Lissabon genannt.

Mutterwitz und Bauernschläue

Die „3Ds“ treten regelmäßig im Odenwald auf, wenn es ihre Zeit zulässt. Ihr Auftritt bei der Cool-tur in Rimbach im letzten Jahr zur Matinee war schon umjubelt. Jetzt gestalteten sie das Sonntag-Abend-Programm bei den Rimbacher Kulturschaffenden vom Wirtschafts- und Verkehrsverein. Um es vorweg zu sagen: die Lobeshymnen des Publikums, der Applaus wollte kein Ende nehmen.

Die drei Künstler, studierte Musiker, beherrschen neben ihren musikalisch-handwerklichen Fertigkeiten eben auch die Kunst des Komponierens, des Arrangierens, haben ihren Mutterwitz (Mutter Adelheid saß wieder im Publikum), ihre Bauernschläue, ihren geistreichen Humor nie eingebüßt. Im Gegenteil: wortgewandt eher noch ausgebaut.

Auch Landrat Matthias Wilkes hat dies erkannt, der in einer Art Abschiedstournee durch seinen geliebten Odenwald zu Beginn des zweiten Teils öffentliche Worte des Lobes an die Veranstalter vom WVV, Worte der Bewunderung für die Qualität der „3Ds“ fand und insbesondere Mutter Adelheid zu diesen Jungs und mit den beiden Schwestern zu fünf Kindern insgesamt gratulierte: „Die Verbindung zu Familie und Heimat ist geblieben, auch wenn sie die große bunte Welt im Gepäck haben.“

Ein vierter Fürther

Die „Drei Ds“, das macht der „Älteste“, Adax, jedes Mal schnell klar, sind drei Männer, drei Brüder, drei Musiker und drei Löwen (allesamt im August geboren). Zum Erscheinungsbild auf der Bühne kommt hinzu, dass jetzt drei weißhaarige Prachtexemplare von Männern in Frack auf der Bühne stehen oder sitzen.

Beim Auftritt in Rimbach kam noch ein vierter Fürther für einen Kurzauftritt hinzu: Wolfgang Arnold. Er schlüpfte zu dem von Mattl Dörsam geschriebenen witzigen Dialog in die Rolle des alten Freundes, der einen konventionelleren Lebensweg genommen hat, und fragt: „Machst du noch Musik, was machst du eigentlich hauptberuflich?“ Es ging um Vorteile und Vorurteile über das Leben eines Musikers im Allgemeinen und zwischen Montag und Freitag im Speziellen.

Nachdem der Fragesteller mit Hilfe der Brüder ordentlich verhohnepipelt wurde, alle von ihm nachgefragten Stilrichtungen unweigerlich in „Smoke on the Water“ mündeten, war’s dann aber schon mit der Gemeinsamkeit der Brüder - zumindest verbal - vorbei. Zum roten Faden eines Auftritts der Drei Dörsams gehört der alte Streit zwischen Architekten und Ingenieuren, zwischen Regisseuren und Autoren, zwischen Intendant und Dramaturg, wessen Arbeit und Werk für die Menschheit bedeutender ist, im speziellen Fall also, welches Instrument für die Musikgeschichte der größere Segen war. Adax spielt Zupfgeräte aller Art, Franz-Jürgen das Fagott und Mattl die Klarinette und „die Königin der Instrumente“, das Tenor-Saxophon.

Mammuts und Zigarettenkisten

Adax prustet: „Meine Brüder können jeweils nur einen Ton erzeugen, außerdem kann ich zu meinem Spiel singen, während meine Brüder ihren Mund voll haben.“ Mattl: „Alle großen Komponisten haben ihre Stücke für Klarinette geschrieben, Mozart, Ravel und ich.“ Franz-Jürgen zieht einen Fund aus historischer Zeit auf Steinbacher Gemarkung heran, der beweist, dass „das erste Instrument, das Fagott, aus Mammutknochen geschnitzt worden war. Gitarren entstanden erst zur Zeit der Produktion der Zigarrenkisten und haben eine ähnlich miese Qualität“.

So geht’s Schlag auf Schlag weiter, sehr zum Amüsement des Publikums. Die Spitzen der Brüder werden immer garstiger, mit fantastischen Einfällen, Ideen, Bildern und Wortspielen unterlegt. In Wirklichkeit verstehen sie sich nur zu gut. Das wird bei den musikalischen Einlagen unter Beweis gestellt, mit Soli und Zusammenspiel, zu allen Stilrichtungen der Musik, von Klassik bis Pop und Rock, mit Variationen zu Edvard Grieg, zu Mozart, zu amerikanischer Folkloremusik, zu Gershwin, zur Klezmer-Musik, zu Eigenkompositionen und und und.

Bevor es zu den lautstark geforderten Zugaben kam, legte sich Adax auf der E-Gitarre zu „seinem“ Sabredance von Aram Khachaturian so richtig ins Zeug. Seine Brüder hielten mit. Es kam zu Beifallsstürmen. mk

Hochbetrieb vor den Bühnen, Musiker in Hochform: "Schriesheim jazZt" war ein voller Erfolg. Fotos: Bernhard Kreutzer

Bei der Schriesheimer "JazZ"-Nacht wurde keiner müde  Über 1500 Gäste, blendend aufgelegte Bands, ideale Verhältnisse: Die zehnte Auflage von "Schriesheim jazZt" war ein voller Erfolg

 

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Es war ein Sommerabend, wie er schöner und lauer nicht hätte sein können: 31 Grad, ein tiefblauer Himmel und die Aussicht auf all’ das und noch viel mehr lockten am Samstagabend über 1500 Besucher in die Innenstadt zu "Schriesheim jazZt". Die zehnte Auflage des kleinen, vom Kulturkreis (KKS) veranstalteten und von der RNZ mitpräsentierten Jazzfestivals erlebte damit einen Besucheransturm, den in dieser Art niemand erwartet hätte............................

.............................."> Der "Diehm-Hof" ist ebenfalls rappelvoll. Aber auch auf dem Vorplatz oder am Stand des Weinguts Jäck lässt es sich aushalten. Auch dort kann man einen Blick auf die "JazzGrooves", erhaschen, deren Chef Dirk Schilgen sich gerade mit geschlossenen Augen einem ausgiebigen, viel bejubelten Schlagzeugsolo hingibt. Ansonsten sind die "Grooves" eher für schnelle, an Bebop erinnernde Arrangements zu haben und Saxofonist Matthias Dörsam für flüssige Soli. Warum der Wirt hier lieber anonym bleiben will, versteht niemand. Denn für den zartrosa Lachs, der auf einem Salatbett angerichtet und mit würziger Dillcreme gekrönt wird, muss er sich wahrlich nicht verstecken."

 

JAZZ: Dirik Schilgen bei den Night Moves am NTM


Eignung zum Kuscheln
Wenn einer eine Reise tut, dann hat er Zeit zu komponieren. Er war in Südamerika. Doch statt mit Bildern oder Tagebüchern kommt Schlagzeuger Dirik Schilgen mit einer Sammlung brasilianisch-inspirierter Kompositionen zurück. Die Stücke seiner aktuellen CD "On The Move", die er mit seinem Quintett Jazzgrooves im Rahmen der Konzertreihe "Nightmoves" im Foyer des Nationaltheaters präsentiert, sind geprägt von jener musikalischen Luftigkeit, wie man sie nicht oft im Jazz hört.

Nicht voll von Harmoniesprüngen und Improvisationen, sondern angenehm zurückhaltend und rhythmisch angelehnt an Candomble, Bossa und Samba klingen Schilgens Stücke. Meist zweistimmig angelegte Themen, die von Saxofonist Matthias Dörsam und seinem Kollegen, Trompeter Volker Deglmann, geblasen und von Daniel Prandl am Flügel begleitet sind, entwickeln sich bald zu Improvisationen, die entspannt klingen, ohne beliebig zu wirken.
Oft in ungeraden Takten
Besonders wenn Deglmann zum Flügelhorn greift, wie in der Ballade "Turtur" aus der CD "Plenty Of", entsteht ein samtiger Klang, der angenehme Intimität vermittelt. Dörsams Saxofon-Chorusse hingegen sind nicht nur wegen ihres spannenden Aufbaus hörenswert. Sie verankern die Kompositionen Schilgens mit ihrem Sound auch immer wieder im euro-amerikanischen Jazz. Metrisch allerdings bleibt Schilgen kompromisslos. Oft in ungeraden Takten fassen er und Bassist Matthias Debus die Stücke und entziehen sie so jeder Alltäglichkeit. Die filigranen Arrangements der "Jazzgrooves" eignen sich vor allem für Konzerte in Clubs mit Kuschel-Ambiente. Große Bühnen schüfen ein Gefühl von Öffentlichkeit, das Schilgens kompositorischer Ästhetik nicht gerecht würde. A.B.A.
© Mannheimer Morgen, Freitag, 22.05.2015

Pianistin Sachie Matsushita an ihrem Flügel.Foto: © Schindelbeck

JAZZ: Die Mannheimer Pianistin Sachie Matsushita präsentiert sich auf ihrem

Album„Birds“ als große Individualistin

 

Eine Querdenkerin voller Ideen

Von unserem Redaktionsmitglied Georg Spindler

 

Der erste Satz ist der wichtigste eines Textes. Im Jazz verhält es sich ähnlich: Die Art und Weise, in der jemand ein Solo beginnt, determiniert den Gang der Geschehnisse - und verrät viel über die Persönlichkeit eines Instrumentalisten. Wie die Mannheimer Pianistin Sachie Matsushita in ihre Improvisationen einsteigt - sparsam, pointiert, spannungsvoll und stets harmonisch ungewöhnlich - lässt sofort aufhorchen. Die aus Japan stammende Musikerin übernimmt schon bei ihren ersten vier, fünf Tönen mit zarter Hand, aber sehr bestimmt die Initiative, markiert ein eigenständiges Terrain, eine Art musikalisches Privatgelände. Da ist eine außerordentliche Gestaltungskraft zu spüren, die eine individuelle Handschrift verrät.

Nachzuhören ist dies auf ihrem jetzt erschienenen dritten Album "Birds", auf dem sie sich - einmal mehr - als kreative Querdenkerin präsentiert, die sich mit unorthodoxem Spiel abseits der renommierten Mannheimer Jazzpiano-Riege (Anke Helfrich, Daniel Prandl, Volker Engelberth, Rainer Böhm) positioniert.

Sachie Matsushita setzt nicht so sehr auf virtuose Eloquenz und rasante Rhetorik, sondern auf Eigenart und Überraschungseffekte. So schlägt sie in ihrem Blues "Yul Blue" allen Konventionen des Genres augenzwinkernd ein Schnippchen

 

SACHIE MATSUSHITA

Die 1976 in Kagoshima, Japan, geborene Pianistin erhielt schon als Kind eine klassische Klavierausbildung. Zwischen 1992 und 1999 hörte sie mit dem Klavierspielen auf.

1995-2004: Pharmaziestudium an der Kumamoto Universität, Japan. Danach Tätigkeit als Pharmazeutin, Forscherin, Dozentin in Japan, Korea und Deutschland.

1999 hörte sie zum ersten Mal Live-Jazz und nahm Unterricht. 2004 beendete sie die vorherige berufliche Ausrichtung. 2006 bis 2008: Jazz- und Popularmusik-Studium an der Musikhochschule Frankfurt. 2010 erschien ihr erstes Album "Japan meets Germany Vol. 1". Matsushita unterrichtet an der städtischen Musikschule Schwetzingen.

 

Atmosphärische Kontraste

Statt zu erwartender Tremolo-Sequenzen oder rollenden Bass-Figuren spielt sie knappe, morsezeichenartige Tonfolgen, aus denen sie dann mit ihrem Faible für dissonante Reibungen eigene Aussagen entwickelt; Thelonious Monk lässt grüßen. Gerne setzt sie in ihren Soli dramatische Kontrapunkte zur Atmosphäre eines Stückes. In den "Ungarischen Tänzen" von Johannes Brahms mit ihrem nostalgischen Caféhaus-Flair nimmt sie beispielsweise bei ihrem Solo komplett das Tempo heraus, tritt auf der Stelle, trippelt, räsoniert, driftet ab in dämmrige Schräglagen - weit weg vom Ausgangspunkt des Titels. Immer wieder dreht die Pianistin so in ihren Einlassungen radikal die Stimmung.

In "Genkotsuyama no Tanuki-san", einem japanischen Kinderlied, das sich in ihrer Bearbeitung anhört wie ein furios swingendes Thema von Sonny Rollins, verlässt sie den Hardbop-Rahmen und versteigt sich jäh in bizarr verkantete, perkussiv zupackende Linienkonstruktionen, die sogar ein wenig an den frühen Cecil Taylor der 1950er Jahre erinnern. Sachie Matsushita setzt sich hier als kreative Querdenkerin in Szene. Auch ihre Repertoiregestaltung fällt gänzlich aus dem Rahmen.

Sie hat fast wie einst Bill Evans, dessen leichthändig perlende, zugleich aber von jazzmäßiger Härte erfüllte Romantik sie teilt, eine Vorliebe für entlegene Vorlagen. Spielt japanische Volksweisen, aber auch Blues- und Funk-Nummern, bearbeitet klassische Vorlagen von Bach oder Beethoven, verschmäht selbst die "Lorelei" von Silcher nicht, entfesselt mit der gleichen Ernsthaftigkeit aber auch stürmische Free-Jazz-Energien.

Matsushitas Freiheitswille hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die 1976 im japanischen Kagoshima geborene Musikerin spät zum Jazz kam, erst mit 30 ein Jazzstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt begann, das sie 2008 abschloss. Auf "Birds" hat sich die Pianistin mit einer exzellenten Band zusammengetan, die ihre stilistische Versiertheit und ihre Vorliebe für treibenden Swing kongenial teilt. Es spricht für Matsushitas offensichtliche soziale Kompetenz, dass sie ihre Mitmusiker Matthias Dörsam (Tenorsaxofon, Bassflöte), Maurice Kühn (Kontrabass), Philipp Schaeper (Schlagzeug) und - er ist auf zwei Titeln vertreten - Markus Krämer (Gitarre) gruppendienlich und musikalisch in Szene zu setzen weiß.

Walzertakte und Rockbeat

Das gilt für den Mann am Bass, der im liedhaften "Lorelei" sein Instrument stimmnah zum Sprechen bringen oder in "Wenn ich ein Vöglein wär" unvermutete Tiefen ausloten kann, und für den Drummer, der von rockigen Beats über Walzertakte bis hin zu schwebenden Rubato-Rhythmen und freier Perkussivität sein Können entfalten darf. Vor allem aber gilt es für Matthias Dörsam, der auf diesem Album einige der inspiriertesten Soli spielt, die es von ihm auf Tonträger gibt. Er beschwört die ganze Palette des modernen Jazz-Saxofons: den melodisch-pastoralen Tonfall in der Art Jan Garbareks, die dichten, zerrenden Sturmläufe der Coltrane-Schule, das geschmeidig-elegante Spiel mit dem Vokabular des Post-Bop und auch rhapsodierend-luftige Beschwörungen in klassischer Balladentradition.

 

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 28.05.2015

Bild: Kopetzki
Odenwälder Zeitung 24.04.2015
Unerhört bleibt diese Botschaft nicht 
MÖRLENBACH, 24.04.2015

Mörlenbach. „Ganz nah am Puls der Zeit“ beschreibt der Liedermacher und Theologe Clemens Bittlinger die 12 Songs auf seinem neuen Album „Unerhört“, das er jetzt im ausverkauften Bürgerhaus in Mörlenbach vorstellte - präsentiert von der Odenwälder Zeitung. Die vier brillanten Musiker und treuen Weggefährten an seiner Seite musste er eigentlich gar nicht vorstellen. Denn wer kennt sie nicht? Den Schweizer David Plüss, Keyboarder, Produzent und Arrangeur. Die beiden Brüder Adax und Matthias Dörsam, begnadete Könner an ihren Gitarren und Saxophonen sowie den Schlagzeug- und Percussion-Virtuosen Helmut Kandert, diesmal mit Sohn David, der - seinem hypnotisierenden Conga-Solo nach zu urteilen - eindeutig in die Fußstapfen des Vaters tritt.

Eine schöne Idee von Clemens Bittlinger, vor dem Beginn seines Release-Konzertes dem Nachwuchs die Bühne zu überlassen. So sorgte Voice-of-Germany-Sängerin Akina Ingold aus Birkenau mit ihrer Gänsehaut-Stimme, nicht nur bei den jüngeren Zuschauern, für Begeisterung, ebenso ihre dreiköpfige Band aus Absolventen der Pop-Akademie Mannheim. Unter die Haut ging ihre eindringliche Interpretation von Gershwins „Summertime“ und ihre poetische Ballade aus eigener Feder „I Wanna Go Home“.

Grooviger wurde es danach mit dem Rapper Mino, dessen Song „Steckbrief“ davon erzählt, wie er zum Hip-Hop kam und dass origineller Rap auch dann möglich ist, wenn man nicht aus dem Ghetto kommt. Mit seiner „Odenwaldhölle“, einer Hommage an die Heimat als Protest gegen den für Aufregung sorgenden Artikel von Antonia Baum „Dieses Stück Germany“ entfachte er wahre Begeisterungsstürme beim Odenwälder Publikum.

Danach hieß es „Bühne frei“ für Clemens Bittlinger und seine fünfköpfige Band. Der hoch gewachsene Pfarrer und Liedermacher, der sich außerhalb der Bühne eher verschlossen gibt, verkörpert in seinen Konzerten das genaue Gegenteil. Mit ein paar harmlosen Witzen lockerte er die Stimmung auf und forderte, unter lauten Beifallsrufen, die Zuschauer in den hinteren Reihen, sich doch nach vorne auf die „reservierten“ Plätze zu begeben.

Bittlinger versteht es, das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Dazu passen Songs mit eingängigen, schlichten Texten und Melodien, die Dank kreativer musikalischer Arrangements sowie der brillanten Soli der hochrangigen Musiker zu kleinen Kunstwerken werden. Seine Aufforderung zum Mitsingen blieb allerdings beim Publikum, im Gegensatz zu vergangenen Konzerten, ungehört, was mit Sicherheit auf die diesmal fehlenden Großleinwände mit den eingeblendeten Texten zurückzuführen war.

„Öffnet den Kreis“ heißt ein Track des neuen Albums. „Das Lied ist mir bei einem Irland-Urlaub eingefallen“, erzählte Bittlinger. Unverkennbar war dann auch die mitreißende Mischung aus traditionellem Irish Folk und dem authentischen Stil des Rimbacher Liedermachers. Vor allem jedoch bestach die Spielfreudigkeit der Musiker mit ihrem prächtigen Soli.

Wie immer wurde Clemens Bittlinger auch an diesem Abend seiner Rolle als Prediger gerecht. „Leute kauft vor Ort“, lautet sein musikalisches Credo zugunsten des einheimischen Einzelhandels. „Am Leben vorbei chatten“, nennt er das Bild einer Frau im Park, die mit der einen Hand den Kinderwagen schiebt und mit der anderen das Smartphone ans Ohr presst. Dazwischen plauderte er von seiner Arbeit als Bordseelsorger auf einem Kreuzfahrtschiff. „Man muss auch Opfer bringen“, meinte er verschmitzt lachend und leitete zu dem Song „Wie ein Fels in der Brandung“ über.

Liebhaber moderner geistlicher Songs kamen an diesem Abend voll auf ihre Kosten, vor allem dann, als Bittlinger seine theologischen Gedanken zu einer digitalisierten Welt ausbreitete, begleitet von den vielseitigen musikalischen Akzenten seiner hochrangigen Musiker. Mit tosendem Applaus honorierte ein begeistertes Publikum die beeindruckenden Kostproben des brandaktuellen Albums „Unerhört“. rav

Lebhafte Kommunikation durch die Musik

Die in Käfertal lebende Pianistin Sachie Matsushita trat im Quartett mit Matthias Dörsam, Maurice Kühn und Philipp Schaeper im Kulturhaus auf.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 09.01.2015

 

KÄFERTAL: Pianistin Sachie Matsushita spielt mit ihrem Quartett erlesenen Jazz und Klassik im Kulturhaus

 

Käfertal scheint sich zum Künstlerviertel zu entwickeln: Seit einem Jahr lebt dort nämlich die junge Pianistin Sachie Matsushita zusammen mit ihrem Ehemann (ein Gitarrist) und ihren beiden Kindern. Gemeinsam betreibt das Ehepaar im Stadtteil eine Musikschule. Zum Jahresende gab Sachie Matsushita, die gebürtig aus dem japanischen Kagoshima stammt, nun mit ihrem Quartett in der Reihe "Kultur im Park" im Kulturhaus ein Jazz-Konzert mit Ausflügen in benachbarte Genres. Außerdem feierte sie mit diesem Aufritt die Veröffentlichung ihrer neuen CD "Birds". 

Sachie Matsushita versammelte drei verdiente Szene-Musiker um sich: Schlagzeuger Philipp Schaeper etwa, der im Kulturhaus seine Becken gelegentlich mit den bloßen Händen schlug oder die Becken lediglich kurz mit der Spitze seiner Trommelstöcke rhythmisch antippte. Jazz-Musiker lieben eben das Experiment. Extra für den Käfertaler Auftritt reiste der in Berlin lebende Musiker mit dem Zug an. Das kleine Jazz-Schlagzeug, das ihm abends zur Verfügung stand, bekam Schaeper, der ursprünglich aus Weinheim stammt, von Saxophonist Matthias Dörsam bereitgestellt. Mit dem eigenen Instrument anzureisen, wäre zu aufwendig und teuer gewesen. 

 

Streunendes Kätzchen 

Unter anderem brachte das Quartett zum Beispiel eine freie Improvisation eines japanischen Volksliedes zu Gehör. Später intonierte das Quartett ein Katzen-Lied, aus der Feder der Bandchefin. Wobei das Saxophon in diesem Stück tatsächlich klang wie ein geschmeidig streunendes Kätzchen. Sachie Matsushita, die in Frankfurt Jazz studierte, zeichnet sich durch Bescheidenheit aus, sie verlor nicht allzu viele Worte zwischen den Beiträgen und kommuniziert mit ihren Bandkollegen bevorzugt über die Musik. Dennoch sprüht diese junge Frau, die früher studierte Medizinerin war, förmlich vor Lebensfreude, was sich in ihre Musik hörbar niederschlägt. 

Schlechte Laune traut man Sachie Matsushita, die stets ein strahlendes Gesicht zeigt, kaum zu. Im Tonstudio ihres Saxophonisten Matthias Dörsam, der in Fürth im Odenwald lebt, hat die Dame bereits zwei CDs aufgenommen. Matthias Dörsam spielt auch unter anderem in der hessischen Kultband Rodgau Monotones. "Ich spiele gerne im Nachtcafé auf der Vogelstang", erzählte er. Dörsam legt viel Wert darauf, in seinem Tonstudio eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen, damit sich die Musiker dort richtig entfalten können: "Die wollen manchmal gar nicht mehr weg." 

Für den "Ungarischen Tanz" von Johannes Brahms, den das Quartett anstimmte, griff Kontrabassist Maurice Kühn zu seinem Bogen. Auch die Katastrophe von Fukushima hat Sachie Matsushita in einem eigenen Stück verarbeitet. An mancher Stelle hielt es Kontrabassist Maurice Kühn nicht auf seinem Schemel, immer wieder hüpfte Kühn im Spiel begeistert auf. So konnten die Zuhörer erleben, dass sich Sachie Matsushita in der Mannheimer Musikszene gut eingelebt hat. hfm

© Mannheimer Morgen, Freitag, 09.01.2015

Begnadete Musiker mit viel Humor

Konzert – Dörsam-Brüder spielen als „Trio 3 D“ in Mörlenbacher Kirche – Auftritt unterstützt Sanierung des Ostchores

Virtuoses „Trio 3 D“: Matthias, Adax und Franz-Jürgen Dörsam beim Konzert am Sonntag in der katholischen Kirche Mörlenbach.  Foto: Evi Church

Starkenburger Echo 31.12.2014
Einen weiteren Beweis ihres großen Könnens boten die drei Dörsam-Brüder Franz-Jürgen, Matthias und Adax als „Trio 3 D“ am Sonntagabend in der katholischen Kirche Mörlenbach.
MÖRLENBACH.Die Künstler saßen zwischen zwei Weihnachtsbäumen vor dem Altar, um dort klassisches, aber auch witziges und ausgefallenes Liedgut zu präsentieren. Es gab nicht nur eine gerappte Version von „O Tannenbaum“ zu hören, sondern auch das (beinahe) komplette Werk von Edvard Grieg in wenigen Minuten. Erkenntnis nach dem Konzert war, dass in keinem Haushalt des Weschnitztales die familiäre Hausmusik zu Weihnachten so fantastisch geklungen haben kann wie beim „Trio 3 D“. Alle drei sind nicht nur, wie die Zuhörer im voll besetzten Gotteshaus erfuhren, Sternzeichen Löwe, sondern sie sind auch begnadete Musiker. 
 

Adax Dörsam, der in Mörlenbach lebt und hier nicht zuletzt bei der Kulturzeit in Erscheinung tritt, ist Experte für alles, was Saiten hat. Er trat schon mit Joana, Pe Werner, Xavier Naidoo und Hans-Peter Schwöbel auf. Er ist der älteste der drei Brüder. Matthias „Mattl“ Dörsam, der mittlere, betreibt nicht nur in Fürth die Studiobühne. Als grandioser Saxofon-, Flöten- und Klarinettenspieler wirkt er ebenso in der Big Band des Hessischen Rundfunks, bei den Stuttgarter Philharmonikern sowie den Rodgau Monotones mit. Eine weite Anreise hatte der jüngste Spross der musikalischen Dörsams. Franz-Jürgen ist Professor für Fagott und lebt in Lissabon.

Reise durch Genres, Länder und Epochen

Die drei Brüder boten eine Rundreise durch Genres, Länder und Epochen, die nicht nur wegen ihrer Virtuosität entzückte. Diese Dörsams haben nicht nur ein Händchen für Musik mit in die Wiege gelegt bekommen, sondern auch eine Portion Humor. So machte es Freude, die geistreichen und ironischen Varianten mancher Weihnachtslieder zu erleben, aber auch, den Scherzen und Seitenhieben zu lauschen, die die drei gegeneinander vorbrachten. Dabei lästerte Adax, der Saitenkünstler, über seine „eintönigen“ Brüder mit ihren Blasinstrumenten. Die wiederum fanden freche Worte über die Gitarre, dieses Ding aus etwas Sperrholz und Draht. Amüsant war die fabulierte Geschichte des Fagotts, die Franz-Jürgen Dörsam zum Besten gab und die die Ursprünge des Instrumentes im Odenwald verortete – zumindest gemäß der ersten Noten auf Steintafeln, die man dort fand.

Doch stand bei allen Scherzen die Musik im Zentrum, und es war ein Vergnügen, gleich drei Koryphäen ihres Faches hören und erleben zu können. Eigene Stücke wie Adax’ Komposition für seine Frau Edith waren ebenso dabei wie der Andachtsjodler, der „Säbeltanz“ von Aram Chatschaturjan in einer Interpretation mit E-Gitarre oder der „Hummelflug“ von Nikolai Rimski-Korsakow auf dem Fagott. Bei verfremdeten Variationen von „Oh Susanna“ musste das Publikum genau hinhorchen, um die Grundmelodie zu entdecken. Auch Mozart und Franz Lehár waren vertreten. Bei all dem durfte Adax’ Liebling Heidi, die kleine Gürteltiergitarre, nicht fehlen. Auf ihr spielte er „Charango und der Bär“. Matthias Dörsam begeisterte mit Perlen der Klarinettensoli ebenso wie mit Klezmer.

„Wer sie kennt, freut sich, sie wiederzusehen“, hatte Pfarrer Bernhard Hock zur Begrüßung gesagt. Er hatte Grund, sich über die Künstler besonders zu freuen: Sie unterstützten mit ihrem Auftritt die Sanierung des Ostchores der Kirche. Dieser ist zwar renoviert und strahlt, wie Pfarrer Hock sich freute, pünktlich seit Weihnachten im neuen Glanz. Doch muss die Gemeinde ein Drittel der Renovierungskosten von rund 100 000 Euro selbst stemmen. Zusätzlich zu den alten Schulden von der Kirchendachsanierung 2007.

Schälke und Virtuosen in feinem Zwirn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie vermögen es, einen Kirchenraum zu füllen und das Publikum mit Musik und Witz zu verzaubern: das Trio 3D der Brüder Dörsam. Der Überschuss des Konzerts vom Sonntag kommt der Renovierung des Ostchors der Kirche St. Bartholomäus in Mörlenbach zugute. Bild: Gutschalk 

 

Kirchenkonzert: Das Trio 3D, die Brüder Dörsam, lassen die Besucher auf ihrem Klangteppich sanft dahin gleiten / Erlös fließt in die dringend notwendige Renovierung des Kirchen-Ostchors

Odenwälder Zeitung 30.12.2014

MÖRLENBACH. Durch ihre freundliche, sympathische Art sind sie im Weschnitztal und in der Region wohl bekannt, die drei Dörsams aus Fürth – Adax an den Saiteninstrumenten, Matthias – Mattl – an den Blasinstrumenten Klarinette und Saxophon sowie Franz-Jürgen am Fagott. Ein jeder ist Meister seines Faches. Und das müssen sie in ihren Solokonzerten, bei ihrem Spiel in den verschiedenen Formationen, Ensembles, Orchestern und bei den Philharmonikern längst nicht mehr beweisen.

So nimmt es kein Wunder, dass die große Katholische Kirche St. Bartholomäus in Mörlenbach bis auf den letzten Platz besetzt war, als das Trio 3D zum Konzert „zwischen den Jahren“ einlud, dessen Überschuss der dringend benötigten Renovierung des Ostchors der Kirche zugutekommt. So freute sich Pfarrer Bernhard Hock gleich bei seiner Begrüßung darüber, „dass die Kirche heute so voll ist“.

Einmal im Monat sieht man Matthias Dörsam im Fernsehen, wenn er bei der Kabarettsendung „Intensivstation“ ganz vorne auf der Bühnenrampe sitzt. Adax Dörsam tourt, neben unzähligen weiteren Engagements, mit Xavier Naidoo durch Deutschland und Franz-Jürgen hat sich mit seiner Professur für Fagott in Portugal einen Namen gemacht. Daneben ist er noch bei den Berliner Philharmonikern – auch im Fernsehen – zu sehen.

Vor Jahren ist die Idee der drei Brüder geboren, doch einmal etwas zusammen zu machen. Geboren sind sie als Sprösslinge der in Fürth ebenfalls bekannten Adelheid Dörsam noch dazu allesamt im Monat August. Sie sind somit alles „waschechte Löwen“. Adax lebt als „männliche Pfarrersfrau“ in Mörlenbach und unterhält weiterhin sein Studio in Nieder-Liebersbach, wo mitunter Weltstarts absteigen, um ihre neue Produktionen einzuspielen. Mattl unterhält sein Studio in Fürth und hat dort gleichzeitig eine Bühne eingerichtet, um die Bevölkerung mit gehobener Kultur aus vielen Genres zu erfreuen.

Ein Zeitgenosse sieht es so: „Sie haben es phänomenal verstanden, eine gute Verbindung zu ihrem Publikum herzustellen. Drei Viertel der Zuschauer freuen sich bereits auf ihre Konzerte, wenn sie die Ankündigung lesen.“ Auch in Mörlenbach sah man viele bekannte Gesichter, nicht nur aus den Kirchengemeinden oder den Kolpingsfamilien.

Kein klassisches Kirchenkonzert

Gewandet im feinsten Zwirn eines Fracks betreten die drei die Kirche von hinten und laufen unter der beschwingenden Melodie der Andrew Sisters – „Bei mir bist du schön“ – ein. Wer ein klassisches Kirchenkonzert erwartet hat, sah sich getäuscht, aber „garantiert nicht enttäuscht“.

Sie lassen zahlreiche Anleihen und Zitate aus vielen Bereichen der Musik einfließen, um sie in ihren eigenen Arrangements zu einem großen harmonischen Ganzen zusammenzufügen. Sie zaubern mit drei Instrumenten orchestral Töne hervor, die den Raum ausfüllen, die den Zuhörer auf einem Klangteppich wunderbar geborgen sanft dahingleiten lassen. Sie schmeicheln mit weihnachtlichen Reminiszenzen aus ihrer vor Jahren aufgenommenen CD ebenso dem Ohr, wie sie sich einer Variation der Rhapsody in Blue von George Gershwin bedienen oder Zitaten aus der Klezmer-Musik.

Einzigartig schön ist ihr Klassik-Medley von Mussorgsky (Bilder einer Ausstellung) über Rimsky-Korsakov (Hummelflug) bis Edvard Grieg (Peer Gynt Suite). Einzigartigkeit, die Eigenwilligkeit in der Mischung und Aufführung auf höchstem musikalischem Niveau ist das Markenzeichen des Trios 3D. Das wird vom ersten Ton an von den Zuhörern wahrgenommen und geschätzt.

Tun sich Kirchenbesucher üblicherweise mit rauschendem Applaus schwer, so war dies beim Konzert in Mörlenbach von Anfang keine Frage. Nach den aufgetischten absurden Geschichten aus der eigenen Vita oder den üblichen brüderlichen Provokationen, wer nun das „bedeutendere Instrument“ spielt, mündete das Konzert im „grande finale“ mit der gemeinsam angestimmten Hymne „O du fröhliche“ mk

Modern, jung, frech – und mit eigener Note

BERGSTRÄSSER JAZZFESTIVAL Dirik Schilgens Combo „Jazzgrooves“ begeistert mit grandiosem Hardbop und vielfarbigen Kompositionen im Theater Sapperlot

 

BERGSTRÄSSER JAZZFESTIVAL Dirik Schilgens Combo „Jazzgrooves“ begeistert mit grandiosem Hardbop und vielfarbigen Kompositionen im Theater Sapperlot

Von unserem Mitarbeiter Thomas Tritsch

"Jazzgrooves" sorgte im Lorscher Theater Sapperlot für eins der musikalischen Glanzlichter des Jahres.

LORSCH. "Plenty of....." titelt das letzte Album der Combo Jazzgrooves.

Im Theater Sapperlot genoss das Publikum in der Tat eine ganze Menge feinsten Luxus-Jazz. Und noch mehr Excellente Musiker farbenprächtige  Kompositionen und mitreißende Spielfreude machten den Abend in Lorsch zu einem Erlebniß, das noch lange nachklingen wird,

Zum zweiten Mal gastierte das Bergsträßer Jazzfestival in der alten Tabakscheune. Eine Location, die für Dirik Schilgens extraordinäre Formation wie geschaffen ist. Der intime Rahmen und die satte Akustik haben dem plastischen Sound des Quintetts ein dickes Ausrufezeichen verpasst. In Sachen Jazz war das Konzert mit das Beste, was man in der Region in den letzten Jahren zu hören bekam. Cooler, erfrischender Hardbop mit melodischen Latin-Anklängen, latent aggressiv und kantig, mit chronischem Spaßfaktor - urban, heiß und tanzbar. Groovelastig und schweißtreibend, funky und dramatisch, stets geprägt von archaischen Blueselementen und spannungsgeladenen Bop-Dialogen.

Dirigiert und getragen von Schilgens filigranem, brillant pointierten und feinnervigen Schlagzeug, das die Stücke durch seine variierenden Beats subtil mit Energie auflädt. Famos! Der Applaus nach der zweiten Zugabe wollte kaum ein Ende nehmen. Im Publikum viele Kenner aus der gesamten Rhein-Neckar-Region.

 

Der Heidelberger Schlagzeuger hatte neben dem geschmeidig agierenden Matthias Debus (Speyer) am Kontrabass den Mannheimer Ausnahme - Pianisten Daniel Prandl mit dabei, der abstrakte Soli und flirrende Latin-Linien aus dem Handgelenk schüttelte. Saxofonist Matthias Dörsam aus Fürth stand bereits beim Festival 2013 mit Christoph Schöpsdaus "Exultatio"-Projekt auf der gleichen Bühne. Dörsams motivische Variationen und seine lässig rhythmischen Akzente an Tenor- und Sopransax gaben den ausgeklügelten Arrangements den Duft von Freiheit und Abenteuer. Für den Trompeter Thomas Siffling, der das Album mit eingespielt hatte, war in Lorsch Volker Deglmann eingesprungen.

Der Kölner Musiker war alles andere als zweite Wahl: Seine eloquenten und formvollendeten Soli an Trompete und Flügelhorn haben der Band zusätzlich Beine gemacht. Die expressive Eleganz, mit der Deglmann ausschweift, ohne die Melodie zu verlieren, hat im Sapperlot wiederholt für Szenenapplaus gesorgt. Sax und Trompete liefern sich einen freundschaftlichen Schlagabtausch über fetzigen Riffs und soften Lounge-Sounds. Technische Klasse und unbändiger Drive ergaben eine passgenaue Bläserfront, die den treibenden Groove der Combo noch betont hat. Dirik Schilgens Kompositionen vereinen Facetten von Jazz und Soul mit Elementen brasilianischer Musik, die gerade auf "Plenty of..." eine dominante Rolle spielt. Titel wie der Opener "Nordeste", die Zugabe "Encora", der entspannte Bossa "Tur Tur" oder "Seven Bells" mit Prandls spontanen Stimmungswechseln sind Latin-Perlen vom Feinsten - eingängig, pointiert und in ihrer Textur ebenso facettenreich wie geradlinig. Neue Stücke wie "From North" und "Hot December", das auf dem nächsten Album erscheinen soll, fügen sich nahtlos in diese Gangart ein.

Nach der verdienten Pause ging es mit "CruisinQ" ebenso lässig weiter. Debus' drahtiges Bass-Solo und die definierte Architektur von Schilgens Drums mit großer Liebe zum Detail bescherten den Zuhörern Momente reinsten Genusses. Bei "Back & Forth" im Samba-Modus wurde der verspielte, elastische Schlagzeugstil besonders deutlich. Prandls fließende Swingausflüge wurden immer wieder durch harte Bebop-Anschläge kontrastiert. Die Band peitscht sich aus sich heraus immer wieder neu an und betört das Publikum mit exzellenten Individual- und Kollektivimprovisationen. Live sind die Titel noch expressiver und emotionaler als auf dem ohnehin schon glänzend aufgenommenen Album von 2010. Die erste CD "Jazz Grooves" stammt aus dem Jahr 2005. Im Sapperlot feierte das Bergsträßer Jazzfestival einen wahren Höhenflug. Moderner, junger Hochglanz-Jazz, dem es bei aller akademischen Qualität nicht an musikalischer Frechheit und eigener Note mangelt. Schon jetzt eines der musikalischen Glanzlichter des Jahres.

Präsentiert wird das Bergsträßer Jazz-Festival von der GGEW AG, der Sparkasse Bensheim, der Stadtkultur Bensheim und dem Bergsträßer Anzeiger. Künstlerischer Leiter ist Prof. Bruno Weis. Informationen im Internet.

© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 23.09.2014

Das „Trio 3D“ auf der Bühne der Cool-tur, von links Matthias, Franz-Jürgen und Adax Dörsam. Bei einer Matinee am Sonntag faszinierten die Fürther das Publikum in Rimbach.  Foto: Manfred Ofer

Starkenburger Echo 12.08.2014

Drei Fürther mit Heimspiel in Rimbach

Cool-tur – Brüder Adax, Matthias und Franz-Jürgen Dörsam verblüffen und erheitern als „Trio 3D“ das Publikum

„Ernsthaft gute Musik und eine Menge Humor“ hatten die Organisatoren der 19. „Cool-tur“, dem Open-Air-Festival in Rimbach, dem Publikum für Sonntag versprochen. Die drei Hauptdarsteller, die am Vormittag die Bühne betraten, erfüllten dieses Versprechen musikalisch mit Leben. Als „Trio 3D“ unterhielten die Brüder Dörsam ihre Gäste.

RIMBACH.

Adax (Gitarre), Matthias (Klarinette) und Franz-Jürgen Dörsam (Fagott) stehen – jeder für sich – für erfolgreiche Karrieren im Musikgeschäft. Während Adax bei Xavier Naidoo die Saiten zupft, wurde Matthias unter anderem durch sein Engagement in der hessischen Kultband „Rodgau Monotones“ bekannt. Franz-Jürgen als Dritter und Jüngster im Bunde kam über die Berliner Sinfoniker beim „Orquestra Metropolitana“ in Lissabon unter Vertrag, wo er bis heute mitwirkt. Gemeinsam gaben sie, stets auch mit augenzwinkerndem Humor, ein Konzert, das eine verblüffende Mischung aus eigenen Kompositionen, Evergreens, volkstümlichen und klassischen Stücken enthielt. Der Auftritt war reich an überraschenden Wendungen: etwa, als Adax Dörsam seine bolivianische Gürteltiergitarre in die Hand nahm und verträumte Melodien darauf zupfte, so das Stück „Charango und der Bär“. Einem Jungen, der das skurrile Instrument mit großen Augen betrachtete, rief er von der Bühne zu: „Das Gürteltier etwa kann man übrigens noch riechen.“

 

Zuvor hatte das Trio unter anderem einen Ausflug in die Achtelanschläge unternommen: Der Song „Sirtaki Reggae“ war eine fröhliche Fusion aus dem griechischen und dem jamaikanischen Folklore-Musikstil. Zwischen den Songs zauberten die Musiker nicht nur grandiose Melodien, sondern auch zwerchfellerschütternde Geschichten und Pointen hervor. Dabei zogen sich die Brüder wiederholt gegenseitig durch den Kakao.

Amüsantes um Virtuosen und Historie

Jeder aus dem „Trio 3D“ reklamierte bei seinen Sketchen für sich, das anspruchsvollste Instrument von allen zu beherrschen und natürlich der „Virtuose“ unter den Brüdern zu sein. Solche Behauptungen wurden vom Publikum mit großer Heiterkeit aufgenommen. Mindestens ebenso amüsant wurde es, wenn die Protagonisten in die historische Kiste griffen. So las Adax Dörsam einige witzige Passagen aus seinem Buch „Saitenweise biografische Notizen“ vor, in denen er sich unter anderem an seine wilde Zeit als Schüler in Rimbach erinnerte.

Ein Höhepunkt war die Szene, in der Matthias Dörsam über die ersten Gehversuche der Brüder berichtete, in denen sie als Teenager mit Freunden Bands gründeten. Untermalt wurden seine Worte von Franz-Jürgen und Adax, die auf ihren Instrumenten schräge Kostproben ihres damaligen Talents gaben. Trockener Humor war Trumpf. Alles andere als trocken war hingegen die Auswahl an Melodien, die vor und nach der kurzen Pause auf der Bühne gespielt wurden.

Beschwingt ging es bei einem klassischen Klezmer-Stück, dem „Freilach“, zur Sache; aber auch bei einer nicht ganz ernst gemeinten Präsentation des Gesamtwerks von Edvard Grieg „in 50 Sekunden“ sparten die Akteure nicht mit Geschwindigkeit. Später setzten sie weitere Glanzpunkte auf der Reise durch Stile und Jahrhunderte. Stationen waren unter anderem ein Solostück von Franz Lehar und eine Abwandlung des amerikanischen Country-Songs „O Susanna“ in klassischer Opern-Manier: „Susanna mio“ hieß. Als Zugabe gab es den „Säbeltanz“ von Chatschaturjan, der mit seinen Variationen und Intermezzi zu den großen Kompositionen der Musik-Geschichte gehört und mit entsprechend großem Applaus bedacht wurde. Das Fürther Trio hatte in Rimbach ein Heimspiel, und es dürfte dort jederzeit willkommen sein.

 
Drei Männer im Frack bieten große Kunst Cool-tur: Das Trio 3D begeistert mit seinem virtuosen stilistischen Crossover / Adax, Matthias und Franz-Jürgen Dörsam verbinden beeindruckendes musikalisches Können mit feinem Humor - Bild: Kopetzky

Odenwälder Zeitung 12.08.2014

Rimbach. Drei Männer, drei Brüder, drei Musiker, zusammen sind sie das Trio 3D. Viele Hundert Zuschauer kommen an diesem warmen Sommer-Vormittag auf den Rathausplatz in Rimbach unter den großen Schirm, um Adax, Matthias und Franz-Jürgen Dörsam und ihr einzigartiges musikalische s Crossover aus Klassik, Pop und Folklore zu erleben.

 

Von unserer Mitarbeiterin

Margit Raven

Im Rahmen des Rimbacher Festivals Cool-tur mixen die drei sympathischen Profimusiker die Klänge von Saiteninstrumenten, Saxophon, Klarinette und Fagott zu einem überaus schmackhaften Cuvée. "Sie sind einfach nicht zu fassen", beschrieb schon Musikexperte Georg Spindler die erste CD der Dörsam-Brüder. Eben zitieren sie noch Strawinskis "Sacre", dann kräht die Klarinette den 60er-Jahre-Hit "Puppet on a string".

Das ist nur ein Beispiel von zahlreichen stilistischen Verknotungen, über die sich das gut gelaunte Publikum bei der traditionellen Cool-tur-Matinee amüsiert. So auch über die lustigen Anekdoten, die die drei Männer im Frack erzählen. Nach dem Motto: "Der Ältere hat das erste Wort", plaudert Saitenkünstler Adax Dörsam von seiner Zeit an der Rimbacher Martin-Luther-Schule, die er "mehr oder weniger regelmäßig" besuchte, wenn er nicht beim "Jupp" in der Kneipe saß, wo es die beste Gulaschsuppe weit und breit gab.

Dass sich eine griechische Bouzouki nicht nur für den Sirtaki eignet, sondern mit einem Reggae geradewegs nach Jamaika führen kann, beweist der Gitarrenvirtuose- und -sammler in einem rhythmischen Meisterwerk.

Haarsträubend ist hingegen die Behauptung von Franz-Jürgen Dörsam, dem Einzigen der drei Brüder, der den Frack auch als Berufskleidung trägt, dass in der Steinzeit das Fagott dazu da war, um zur Jagd zu blasen, hierzu das kurze fagott’sche Signal "Sau tot". Um das Seemannsgarn weiter zu spinnen, kommt die Behauptung, dass kein anderes Instrument als das Fagott die Tiefe der russischen Volks-Seele besser auszudrücken vermag.

Wie zum Beweis stimmt der Professor der Musikhochschule Lissabon das schwermütige russische Liebeslied "Katjuscha" an, was sämtliche Zuhörer davon überzeugt, dass es auf keiner Balalaika besser klingt.

Dass die Bläser-Zunft sowieso wesentlich flexibler ist, als "diese ganzen Zupfgeigen-Hansels" behauptet Matthias "Mattl" Dörsam und zeigt anschließend auf eindrucksvolle Weise, wie man auf dem Saxophon ausschließlich mit Obertönen richtige Melodien spielen kann. Um den bunten Reigen an lustigen musikalischen Experimenten vollzumachen, greift Adax Dörsam zu einer "Mini-Gitarre". Keine Ukulele, wie sich herausstellt, sondern eine bolivianische Charango, wie geschaffen für einen bayrischen Schuhplattler.

Und danach gibt es Edvard Griegs gesammelte Werke im SchnelI-Durchlauf, von der "Halle des Bergkönigs" über "Anitras Tanz" bis zur "Morgenstimmung". Auch das schaffen die drei Dörsams in ihrem 3 D-typischen Klanggewand, mal ruhevoll und besinnlich, mal lustig und grotesk. Drei Männer im Frack beschwören in ihrem gut zweistündigen Programm die guten Geister der Klassik in einem abenteuerlichen Rundumschlag hervor, sie interpretieren Weltmusik, Volkslieder und lassen ganz nebenbei rockige Gitarren-Sounds einfließen. Geschickt verbin den sie Klamauk mit Ästhetik und Komik mit Schöngeist. Alle nur denkbaren musikalischen Attribute von atonal bis virtuos sind diesem brillanten Trio zu verleihen. Die Zügel locker halten, damit der Eindruck entsteht, hier ist nichts abgesprochen, es passiert einfach, diese Kunst beherrschen nur wirklich große Musiker.

Rheinpfalz 1.Juli 2014 Holzalarm - Schifferstadt. Jazz im Grünen - Rainer Push,Sax - Olaf Schönborn, Sax - Matthias Dörsam, Sax, Flute., Clarinet - Dietmar Fuhr, Bass - Dirik Schilgen, Drums
Die Schauspieler Katharina Quast, Andreas Seifert und Martin Wißner (von links) in der Heidelberger Premiere.

Am Theater Heidelberg feiert „The Black Rider“ Premiere – mit einem höchst irritierenden Bühnenbild

Von unserem Mitarbeiter

Dennis Baranski

Viele Mütter haben schöne Töchter, doch für Wilhelm kommt nur die eine in Frage: Käthchen ist der freche Spross des schießwütigen Erb-Bordellbetreibers Bertram und der Puffmutter Anne. Auch ohne mit dem Schicksal des „Freischütz“ vertraut zu sein, möchte man ihm von dieser Liaison abraten. So oder so, er würde nicht hören. Der zweifelhaften Herkunft ist geschuldet, dass das Paar vorerst nicht zusammenfindet, einem Wasserschaden, dass Regisseur Paul-Georg Dittrich dem Kultmusical „The Black Rider“ von William S. Burroughs, Tom Waits und Robert Wilson erst mit monatelanger Verspätung zur Heidelberger Premiere im Alten Saal verhelfen konnte.

Das Herz der Angebeteten schlägt längst für den adretten Wilhelm, die Eltern aber verwehren ihren Segen. Sie wünschen sich einen tapferen Jägersburschen, etwa einen wie Robert. Zum Beatgeboxe von Martin Wißmer stellt Fabian Oehl als Hip-Hopper selbstbewusst seine „Credibility“ unter Beweis. Echte Kerle braucht es für mafiöse Strukturen, keine trotteligen Schreiber. Als solchen präsentiert ein idealbesetzter Florian Mania seinen Wilhelm, der wohl ängstlich und eingeschüchtert, darüber aber wild entschlossen ist – und den Mund weit aufreißt. Herrlich schräg besingt Josepha Grünberg als Käthchen die traditionelle Eignungsprüfung, ein Zielschießen soll über Erbpacht und Eheversprechen entscheiden.

Teuflische Kräfte

„Finger weg und Flinte her“, hört sich der ganz und gar Unbegabte in Wolfgang Wiens’ deutscher Übersetzung ausrufen, doch grau ist alle Theorie – erlegen sollte er nichts. Es bedarf des Teufelspaktes mit dem verführerischen Stelzfuß (Steffen Gangloff). Dessen Munition ist garantiert treffsicher, die Entscheidung über das letzte Ziel jedoch obliegt nicht dem Schützen, sondern dem teuflischen Spender allein. Während Wilhelm im Schießbudenrausch dem Jägerglück frönt, ahnt man: Käthchen lebt gefährlich.

Zur virtuosen Musik aus dem als Schwimmbecken getarnten Orchestergraben, wo sich die Musiker Erwin Ditzner, Matthias Dörsam, Willi Haselbek, Jörg Teichert und Bernhard Georg Vanecek versteckt halten, reüssiert rauchig-derb vor allem Katharina Quast als Puffmutter im Sängerfach. Die Übrigen brillieren nicht weniger, erzählen stimmlich aber nicht von Waits, sondern eine Rocky-Horror-Geschichte. Auf eineinhalb Stunden gekürzt, kommt dabei Haselbeks musikalischer Leitung und der bisweilen holprigen Inszenierung selbst die Befreiung aus dem engen Korsett von Waits’ komplexer Komposition nur zugute.

Das ist lieb und schön, und hätte man sich damit begnügt, eine von zahllosen Bühnen zu sein, die das Musical schaurig-schrill als Nummernrevue – und als solche stimmig – nachzuspielen, es wäre ein kurzweiliger Spaß geworden.

Doch man begnügte sich nicht. Pia Dederichs Bühne bannt das exzessive Treiben ausgerechnet hinter die Eingangspforte des kroatischen, am 5. Mai 1945 von jugoslawischen Partisanen befreiten Konzentrationslagers Jasenovac. Das ist – gelinde gesagt – geschmacklos. Ob sie damit ein ernstzunehmendes politisches Statement abgeben mochte oder in der Aufschrift des Torbogens (zu Deutsch: „Arbeitsdienst der Ustasa-Verteidigung – Sammellager Nr. III“) schlicht ein denkbar grausiges Motiv sah, lässt das Spiel um Drogen, Prostitution und Macht nicht durchblicken. Von Zufall darf man an einem Haus wie diesem gewiss nicht ausgehen. Der am Premierenabend mit kyrillischen Schriftzeichen übermalte, aber dennoch erkennbare historische Verweis steht allein und hinterlässt sein Publikum ratlos. Weder Kritik an Zwangsprostitution noch an Massenvergewaltigungen will sich über das bunte Genre transportieren lassen – und schon gar nicht die Mahnung an einen Genozid.

Bildergalerie unter morgenweb.de/kultur

 

Odenwälder Zeitung 13.10.2013

Studiobühne - Kommt Ai Weiwei mit dem Fahrrad ?

 

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Im eigenen Studio: Der Fürther Matthias Dörsam, Saxofonist der „Rodgau Monotones“, ist deutschlandweit ein gefragter Musiker und arbeitet ständig an neuen Projekten. Foto: Manfred Ofer


Echo Online:

http://www.echo-online.de/region/bergstrasse/fuerth/-Immer-mal-wieder-Neues-wagen;art1242,2001020

 

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Mannheimer Morgen 06.11.2013

 

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Schwäbische Zeitung - 02.04.2014 Manfred Scherwinski

 

Musiker und Besucher improvisieren gemeinsam

Konzert „Atem - Klang der Seele“ in Öpfingen bildet Abschluss der Reihe „Christsein bewegt“

 

Matthias Doersam animiert die Besucher zum Mitsingen. mas 

Öpfingen sz Ein besonderes Konzert hat der Liedermacher und evangelische Pfarrer Clemens Bittlinger in der Pfarrkirche in Öpfingen präsentiert. Der Konzerttitel „Atem - Klang der Seele“ war die Beschreibung der Gemeinsamkeit von Orgel, Saxophon und Stimme. Die Besucher waren aufgefordert, mitzusingen.

 

Mit dem Lied „Willkommen“ wurden die 150 Zuhörer in der Pfarrkirche Öpfingen von Clemens Bittlinger und seinen Musikern begrüßt. Begleitet wurde Clemens Bittlinger von David Plüss an der Orgel, die bei dem Konzert eine wichtige Rolle eingenommen hat. Am Saxophon spielte Matthias Doersam. Das Schlaginstrument (Percussion) wurde von David Kandert bedient.

 

Immer wieder wechselten die Musiker die Instrumente. Dabei kamen auch die Klarinette und das Akkordeon zum Einsatz. Clemens Bittlinger hatte sich mit seiner Gitarre vor dem Altarraum positioniert und hat sich während des Konzerts im Mittelgang in den vorderen Bankreihen bewegt. Die Lieder haben Clemens Bittlinger und David Plüss eigens für die Konzerte „Atem - Klang der Seele“ neu komponiert. Grundlage für die Texte bilden häufig Psalmen. Zum Mitsingen war im Altarraum eine große Leinwand aufgebaut, auf welcher die Texte der Lieder eingeblendet wurden.

 

Ihr Improvisationstalent zeigten die Musiker bei dem Stück „Aus der Tiefe“. Dabei waren die Besucher aufgefordert, mit einer vierminütigen Quinte die Musiker gesanglich zu unterstützen. Begleitend dazu erfolgte eine Improvisation mit dem Saxophon, zu der sich Matthias Doersam im Mittelgang der Kirche bewegte. Die Improvisation unterstützte David Plüss an der Orgel. Die Harmonie von Orgel und Saxophon zeigte sich auch in dem Instrumentalstück „Näfäsch“. Dass es auch lustige Kirchenlieder gibt, kam bei dem Stück „Aus heiterem Himmel“ zum Ausdruck. Den Abschluss bildete das bekannte Kirchenlied „Großer Gott wir loben dich“. Dabei wurden die originalen Texte mit eigenen von Clemens Bittlinger verfassten Texten kombiniert. Die Besucher haben hierbei kräftig mitgesungen.

 

Das Konzert bildete den Abschluss der laufenden Veranstaltungsreihe „Christsein bewegt“ der katholischen Seelsorgeeinheit Donau-Riß mit den Kirchengemeinden in Öpfingen, Oberdischingen, Rißtissen und Griesingen und der evangelischen Kirchengemeinde in Ersingen. Das Konzert hat Wolfgang Reitmeier aus Öpfingen organisiert.

 

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Sie haben den 'Odenwaldhölle-Song' geschrieben, produziert und aufgenommen. (Von links) Matthias Dörsam (Musik), Rapper Mino, Clemens Bittlinger (Text) und Akina Ingold. Foto: zg

Von Nicoline Pilz

Birkenau/Fürth/Rimbach. "Das Niemandsland zwischen Birkenau und Rimbach ist der scheußlichste Ort der Welt. Wie die Odenwaldhölle junge Menschen zurichtet...". So beginnt der Artikel, den die junge Autorin Antonia Baum am 1. Januar dieses Jahres in der FAS (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) veröffentlichte. Die Aufregung und Empörung im Weschnitztal war riesig. T-Shirts und Aufkleber mit dem herzigen Slogan "Ich bin ein Odenwälder" brachten den Protest der Getroffenen zum Ausdruck, und im sozialen Netzwerk "Facebook" wetterten Tausende Nutzer gegen die verbale Demontage ihrer Heimat.

In der Zwischenzeit ist sogar ein Song mit dem Titel "Odenwaldhölle" erschienen, in dem es unter anderem heißt: "Und wenn du dich selbst nicht erträgst, dann gilt auf alle Fälle: Schieb es nicht auf den Odenwald, denn hier ist nicht die Hölle."

Geschrieben hat den Song der Liedermacher Clemens Bittlinger (Text siehe Kasten links, abgedruckt mit freundlicher Genehmigung des Autors), der vor 26 Jahren selbst in Rimbach im Odenwald seine Heimat gefunden hat. Er habe dabei genau die gegenteilige Erfahrung zu der im Artikel von Baum beschriebenen gemacht, schildert er: "Der Odenwald ist eine der schönsten Regionen bundesweit, und die Menschen hier sind offener und herzlicher als in vielen anderen Gegenden der Republik."

Empört über den Artikel der Journalistin in der FAS, wollte Clemens Bittlinger dem Phänomen "Odenwaldhölle" einen eigenen Titel widmen - und fand im Kollegen Matthias Dörsam einen Mitmusiker, der sowohl die Musik zum Song komponierte als auch sein musikalisches Knowhow und sein Tonstudio "Laukas" zur Verfügung stellte. Somit war das "Laukas-Project" geboren.

Zur Taufe trugen es dann neben Bittlinger und Dörsam zwei talentierte junge Leute aus dem Weschnitztal, die sich sowohl mit dem Anliegen als auch mit dem Songtext identifizierten. Die durch die Casting-Show "Voice of Germany" bekannt gewordene Sängerin Akina Ingold stammt aus Birkenau, ist 24 Jahre alt und studiert in Mannheim. Co-Sänger ist der 16-jährige Rapper Mino (Manuel Ortiz-Perez) aus Rimbach, der mit eigenen Produktionen auf dem Videokanal "Youtube" bereits auf sich aufmerksam gemacht hat. "Beide repräsentieren somit genau jene Strecke, die von der Autorin des oben erwähnten Artikels als die ,Odenwaldhölle' bezeichnet wird", sagt Bittlinger.

Aktuell hat der Videoclip zum Song auf dem Internet-Portal "Youtube" bereits weit über 10.000 Clicks, 175 "Daumen hoch" für "Gefällt mir" und lediglich 23 "Daumen runter" für das Gegenteil. Zwischen das Lob für das Projekt mischen sich also zwar durchaus auch einige kritische Stimmen, die das Ganze nicht so gelungen finden. Doch der Erfolg ist messbar - und muss für die jungen Sänger wohl auch derart überraschend sein, dass sie sich derzeit bedeckt halten und die Öffentlichkeit eher meiden wollen. Persönliche Interviews werden im Moment abgelehnt.

Das Musikvideo (den Song gibt's im Download unter www.iloveodw.de) zeigt reizvolle Fleckchen im Weschnitztal, wo sanfte Hügel sich wellen und klare Bächlein plätschern. Eine Stimme aus dem Off verkündet eingangs dunkel: "Es gibt Leute, die bezeichnen den Odenwald als scheußlichsten Ort der Welt." Minos gerappte Antwort darauf startet mit der lapidaren Bemerkung: "Alla hopp" und einem "Horsch, wo machsch'n hie?".

Das Projekt "Odenwaldhölle-Song" dient im Übrigen durchaus auch einem guten Zweck Gewinne aus dem Verkauf der CD (3,95 Euro) und den Downloads kommen der Aktion "Odenwaldhelden" zugute, die jugendliche Eigeninitiativen befördern will.

Derweil geht der Protest vor Ort munter weiter und bahnt sich mittlerweile seinen Weg in "Odenwaldhölle-Partys". Am Samstag, 15. Februar, geht eine solche in Mörlenbach in der "Pyramide", Robert-Bosch-Straße 2, über die Bühne.

 

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Der „Odenwaldhölle - Song"  ist als CD Karte erhältlich bei: Edeka Aktivmärkten Bylitza in Birkenau und Fürth und bei den Buchläden der Region für nur 3,95 €, oder als CD Karte und Download bei: www.iloveodw.de beziehen. 

 ….übrigens:

alle Einnahmen durch den CD Verkauf des Odenwaldhölle - Songs im online shop "iloveodw" werden der Initiative  "Odenwaldhelden" zur Verfügung gestellt? 

"Odenwaldhelden" ist eine Initiative von " facebook Odenwaldhölle" und unterstützt Projekte für Jugendliche im Odenwald.

 

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Ars Musica Chor Bensheim - Peter Schindleres - Missa in Jazz
Clemens Bittlinger und Hartmut Engler im Laukas Tonstudio, Fürth/Odw.

Odenwälder Zeitung, 13.09.13 (www.wnoz.de)

Fürth

Pur-Sänger leiht seine Stimme

Fürth/Rimbach. Einen prominenten Gast konnte Matthias Dörsam in diesen Tagen in seinem Laukas-Studio in Fürth begrüßen. 

PUR-Sänger Hartmut Engler war eigens angereist, um beim neuen Soloalbum von Clemens Bittlinger als "Special guest" mitzuwirken. 

"HabSeligkeiten" heißt das neue Werk und wird im Rahmen der Rimbacher "Cool-tur" am Sonntag, 10. August, ab 18.30 Uhr erstmalig live der Öffentlichkeit präsentiert.

"Die Rimbacher und alle die sich nach Rimbach aufmachen, sollen die ersten sein, die dieses neue Werk zu hören bekommen und auch in Händen halten", so der Liedermacher und Pfarrer. Die neue CD von Clemens Bittlinger wird bei diesem Ereignis auch erstmalig zu erwerben sein.

Verbundenheit seit vielen Jahren

Hartmut Engler und Clemens Bittlinger kennen sich seit vielen Jahren und es ist schon eine gute Tradition, dass der PUR-Sänger bei den Soloalben des Liedermachers mitwirkt. "Mir gefallen viele Texte von Clemens und seine Botschaft wirkt auf mich authentisch. Die Musik ist professionell und viele Themen verbinden uns. Wie schön, wenn ich mit meiner Stimme, einem guten Freund helfen kann", so Engler bei seinem Besuch in Fürth.

Diesmal ist es eine Homage an die eigenen Kinder in Liedform, die die beiden zusammen aufgenommen haben. "Hätt’ mir nie träumen lassen, wie viel dem Leben fehlt und wie viel wir verpassen, wenn ihr nicht zu uns zählt. Die Zeit, die wir verbringen und die ihr bei uns seid, ich kann sie nur besingen als die allerhöchste Zeit", so heißt es im Refrain. 

Und in der Tat: Beide haben in den letzten Jahren die "wunderbare Erfahrung 

machen dürfen, mit Kinder groß zu werden", so Bittlinger im Gespräch mit unserer Zeitung.

Regelmäßig bereichern diese Erfahrungen die Songs von PUR und die Songs 

des rockenden Pfarrers. Bei der Premiere am 10. August in Rimbach wird 

Clemens Bittlinger zusammen mit David Plüss (Keyboards), Adax Dörsam (Gitarren), Mattl Dörsam (Saxophon) und Simon Zimbaro (Drums) erstmalig und live das komplette Album spielen.

Als besonderer "special guest" wird die Gruppe Fools Garden (unplugged), 

mit ihrem Superhit "Lemontree" diesen Konzertabend eröffnen. 


Rhein Neckar Zeitung 18.10.2010

Bild: Tom Rittler

http://www.metropoljazz.de 

Jazzkonzerte in der Metroplregion Rhein-Neckar

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  Cafe Central 

HINGEHEN !!!!!

 

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Meine aktuelle Musikempfehlung:

Chanson-Lounge CD "Cafe Blauer Engel"

 

Ali Neander und Sabine Fischmann haben vor ein paar Jahren ein "Chanson-Lounge" Projekt in Angriff genommen: Klassische deutsche Chansons als Lounge Versionen. Sabine Fischmann hat mehrstimmig gesungen, Ali hat elektronische Arrangements dazu gemacht und die wunderbaren Musiker Joo Kraus (Trompete und Flügelhorn) und Matthias Dörsam (Flöte und Saxofon) haben dazu improvisiert. Wir haben lange daran rumgebastelt und jetzt ist sie fertig: die Chanson-Lounge CD 
"CAFE BLAUER ENGEL".

„Werner Acker Roots“ Werner Acker, guitar - Andreas Francke, Alto - Matthias Dörsam, Tenor, Baritonsax - Uli Gutscher, Trombone - Rainer Scheithauer, keyb. - Hansi Schuller, bass - Herbie Wachter, drums

                                            The Legendary                 Rodgau Monotones !!!!!

http://www.philipp-rehm.de/index.php/de/

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